
Der Straßenverkehr ist immer verkehrsreicher geworden.
Beinah jede Familie hat ein zweites Auto und jeder steht
einmal in einem Stau und manche sogar täglich. Doch
versuchen wir alle sicher durch den Verkehr zu kommen.
Außerdem muss das Auto den Weg noch immer mit anderen
Verkehrsteilnehmern teilen.
Im 19. Jahrhundert war die Situation ganz anders, aber auch
damals fanden die Menschen es manchmal viel zu belebt auf
der Straße. Eine Kapitänsfrau aus der Veenkolonie schrieb im
Jahr 1875 in ihr Tagebuch nach einem Besuch in Liverpool: „
Was ein Menschengetümmel, Wirrwarr von Stimmen und Rattern
von Reifen! Todesängstlich war ich beim überqueren vor durch
kreuz und quer dicht fahrenden Wagen die mit
unverantwortlicher Schnelligkeit durch die Straßen schossen.
Die Gefahr überfahren zu werden war bestimmt nicht
eingebildet.“
Auch die Fahrradfahrer von in dem Jahr 1886 gegründete
Fahrradclub De Pijl aus Veendam hatten es nicht einfach. Am
liebsten zog man im Clubverband hinaus. Assen war ein
geliebtes Velo-Ziel, aber nicht allein matschige Wege
versalzten das Fahrradvergnügen. Böse Bauern bewarfen die in
Unterwäsche fahrenden Männer mit Steinen oder zeigten ihnen
bestenfalls den falschen Weg.
Das Veenkolonialmuseum zu Veendam organisiert vom
11.September 2008 bis zum 11. Januar 2009 in Zusammenarbeit
mit der fünfzigjährig bestehenden Abteilung aus
Veendam-Wildervank von VVN eine Ausstellung die den Zustand
der Entwicklung vom Straßenverkehr vom Ende des
19.Jahrhunderts zeigt.
Die ersten Fahrradfahrer, Mopeds und Autos auf den Straßen,
Automobilfabrik Baas in Wildervank die drei Autos
hergestellt hat, die „lebensgefährliche“ Kreuzung in
Borgercompagnie, die vielen Brücken und Stege über Kanäle,
Siedlungen die auf einmal viel zu klein schienen, für den
zunehmenden Fracht- und Landwirtschaftsverkehr, der
Beschluss in den sechziger Jahren um Platz zu machen für die
Autos und die Kanäle zu zuschütten und der Bau von der N33
und A7 laufen wie ein roter Faden durch diese Geschichte,
aber auch die landwirtschaftliche Entwicklung wird nicht aus
den Augen verloren. Wann begannen wir rechts zu fahren, wo
fuhr das erste Auto, wie viele Verkehrstote gab es insgesamt
1950, dass aber sind ein paar von den vielen Fragen worauf
der Besucher auf interaktive Weise eine Antwort finden kann
und sie können es im Museum blitzen lassen ohne das sofort
ein Strafzettel geliefert wird.