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extra:
Riga auf Reise
Mansholt
Sicher durch den Verkehr
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„
In der Welt des Sozialismus“,
ANDRIS KOZLOVSKIS
im Rahmen des Fotofestivals Noorderlicht, Weißrussland und Kuba
11. September - 6. November 2011
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„In der Welt
des Sozialismus“ ist ein soziales Dokument des lettischen Fotografen
Andris Kozlovskis (1975), der mit ergreifenden Fotos auf die
erhalten gebliebenen alten Gebräuche der Einwohner der ehemaligen
Sowjetrepubliken und Kuba eingeht.
Letztendlich
will Kozlovskis die Menschen im täglichen Leben mit ihren
Gewohnheiten und Spuren aus der Vergangenheit zeigen.
Der Betrachter
muss diese selbst in seinen Fotographien entdecken. Kozlovskis fällt
kein Urteil und verurteilt nicht, jeder Einzelne muss die Bilder mit
seinen oder ihren eigenen Gedanken anschauen. In der Ausstellung im
Veenkoloniaal Museum setzt Kozlovskis Weißrussland und Kuba in den
Mittelpunkt. Der individuelle Mensch, der sich durch sein Gefühl
sehr westlich fühlt, ist stark durch die Zeit geprägt, aber auch der
westliche Mensch ist ebenso durch diese Zeit geprägt. Das Publikum
in Veendam wird mit anderen Augen diese Fotographien sehen, als die
Einwohner von Kuba und Weißrussland. Für sie bildet dieses
Fotodokument oft auch eine Quelle von Freude und Wiedererkennung der
eigenen Gesellschaft, die sich zwar verändert, aber noch viele
Spuren der Vergangenheit in sich trägt. Der Betrachter muss selbst
die Bilder interpretieren. Manchmal sieht er vielleicht Parallelen,
aber sehr oft Gegensätze oder Stereotypen. Die Fotographien sind mit
einer umgebauten digitalen Kamera aufgenommen, die
Infrarot-Strahlung wahrnimmt – das unsichtbare Licht. Die Auswahl
von Kozlovskis für diese Technik geht vorbei an Zeit und Raum.
Andris Kozlovskis ist immer auf der Suche nach den schnell
verschwindenden Spuren des Kommunismus und Infrarot betont die
„Unsichtbarkeit“ der Vergangenheit in der heutigen Arbeitszeit.
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Vom
Segelschiff zum Einkaufsparadies
29.Mai - 25.September 2011
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Im Archiv von Drenthe in Assen wird das
umfangreiche Familienarchiv der Familie Vanderveen aufbewahrt, bei
vielen besser bekannt als das Warenhaus Vanderveen in Assen. Das
Veenkoloniaal Museum in Veendam verwandelt die Archive in eine
Ausstellung. Das Warenhaus Asser ist eng verbunden mit den zur See
fahrenden Pekelder Familien Oldenburger und Eemsinga. Die
umfangreiche Korrespondenz gibt einen guten Eindruck vom Bild des
19.Jahrhunderts. Wir lassen sie hineinschnuppern in die
napoleonische Zeit, Fehnbrände, der Krimkrieg, Seefahrtschule
Veendam und den Aufschwung und Untergang der Veenkolonialen
Seefahrt.
Die Briefe von Kapitän Albert Klaassens Oldenburger (1781-1840) und
seinem Sohn Jan Alberts Oldenburger (1829-1880) geschrieben an die
Nächsten der Familie, bilden den roten Faden. Die Briefe erzählen
neben der Berichterstattung über die Reisen und die Frachten und
überwiegend von den alltäglichen Dingen. So lässt sich Kapitän Jan
Alberts Oldenburger sich 1880 ganz und gar in seiner Emotion
mitreißen, als er über einen dreizehnjährigen Jungen schreibt, der
auf grausame Weise in Den Haag ermordet wird. Die Strafen, so
schrieb er vor mehr als 130 Jahren, sind viel zu niedrig und die
Niederlande verludert... . Es sind übrigens die letzten Briefe, die
er schrieb. Jan Albert Oldenburger ging mit seinem Schiff der
Concordia unter in diesem Jahr, mit Mann und Maus im Golf von Riga
und hinterließ Frau und Kinder ohne Einkommen. Seine Frau begann
deshalb mit einem kleinen Laden, um für den Lebensunterhalt
vorzusorgen. Mit den Töchtern von Doetje und Jan Albert entwickelte
es sich gut. Sie folgten einer Ausbildung zu Modistinnen und gingen
in die Modebranche oder fanden Arbeit in einer Näherei. Das Geld von
der Versicherung hatte ihre Mutter gebraucht, um in Nieuwe Pekela
einen Laden zu eröffnen. Handel lag wahrscheinlich schon in ihrem
Blut, denn in der Zeit, als ihr Mann noch fuhr, war sie es schon
gewohnt allerlei Handelsware, die sie während der Seereise kaufte,
von zuhause aus zu verkaufen. Auch im neuen Geschäft zeigte sich
derselbe Unternehmungsgeist. Tochter Antje erbte diesen
Unternehmungsgeist. Es war wirklich eine selbstbewusste und
unternehmungslustige Frau. Um 1890 zog sie nach Assen um bei der
Firma Bertram die Arbeit mit anzupacken. Dort lernte sie den jungen
Bareld van der Veen kennen. Bareld war Reisender für Textilien für
Bertram. Vielleicht ist er schon in Pekela gewesen und er hatte
Antje vielleicht überredet nach Assen zu kommen. Sicher ist es
nicht, aber wie auch, beide fanden zusammen im Unternehmen. 1883
schrieb Antje schon an ihre Mutter:“ Assen ist die Zukunft für ein
Geschäft. Es kommt durch die Kasernen so viel Volk nach Assen, das
wir selbst mit dem einen oder anderen beginnen konnten.“ Und sie
hatte recht. Das einfache Geschäft wuchs heran zum dem heutigen
Warenhaus Vanderveen. Diese und andere spannende Geschichten,
verbunden durch die Briefe der Oldenburgers, sind im Museum zu
sehen.
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Sie fuhren übers Meer ...
internationale
QUILT
Ausstellung
3.April
-
28.August
2011
Zum zweiten Mal organisieren wir in Zusammenarbeit
mit dem Sielhafenmuseum in Carolinensiel und der Quiltarbeitsgruppe
MeerArt eine Wanderausstellung

Sieben niederländische und sieben deutsche Quilter machten sich zusammen an die
Arbeit eines gemeinsamen Themas, wobei ein jeder seine eigene Inspiration im
gewählten Thema sucht; eine Konzeption, die arbeitet. Die Arbeitsgruppe MeerArt
ist nicht nur national, inzwischen auch international sehr erfolgreich und
erhält regelmäßig Preise. Die vorherige Ausstellung war nicht nur in den
Niederlanden und Deutschland zu sehen, sondern auch in der Schweiz und
Tschechien. Wir wissen es fast mit Sicherheit, das die die von MeerArt
hergestellten Kunstwerke nach Carolinensiel und Veendam auch an anderen Orten
und Ländern zu sehen sein sollen. Wer Bekanntschaft gemacht hat mit unserer
vorherigen Ausstellung weiß, wovon wir sprechen. Die von ihnen hergestellten
Quilte sind wahre Kunstwerke die in unseren Ausstellungsräumen sehr gut zu ihrem
Recht kommen.
Die
Ausstellung „Sie fuhren übers Meer...“, internationale maritime QUILT
Ausstellung zeigt viele Facetten dieser Seefahrt: Träume derer, die über die See
emigrierten, die Erinnerung an verflogene Traditionen, aber auch Verzweiflung
und Ängste von ihnen, die auf eine gute Fahrt hofften und Ausschau halten nach
der Rückkehr. So machen wir mit den Quilts eine Reise entlang der maritimen
Vergangenheit mit der bizarren Erzählung von Marie Celeste, die am 4. Dezember
1872 ganz verlassen vor der Küste vor Portugal gefunden wird. Oder, mit der bei
vielen noch unbekannten Geschichte, von Zheng He, der 1421 mit einer Flotte von
Dschunken die Weltmeere befuhr, um die Welt zu erkunden und unter anderem die
Küste von Afrika, Australien und Amerika entdeckte. Mit seinem Wissen wurde
nichts gemacht. Bei der Rückkehr gab es ein anderes Regime in China und seine
Erkenntnisse kamen in die unterste Schublade. China sperrte sich von der Welt
ab. Mit diesen ausgewählten Themen weiß MeerArt wieder zu überraschen und bringt
durch Kreativität und Kunstsinn das Handwerk auf höchstes Niveau.
Henk Helmantel,
In
doppelter Perspektive
vom 23.Oktober bis zum 13.März 2011
Zusammen mit
dem Kloster in Ter Apel organisieren wir eine zweifache Ausstellung,
wobei das Werk von dem Groninger Henk Helmantel, im Mittelpunkt
steht. De Weem, das Museum in Westeremden wo Helmantel lebt und
arbeitet, besteht in diesem Jahr nämlich genau 25 Jahre. Zeit für
eine schöne Übersichtsausstellung.
Henk Helmantel
(1945) absolvierte seine Ausbildung von 1961 bis 1965 an der
Academie Minerva in Groningen. Während seiner Ausbildung
experimentierte er in verschiedenen Stilen, aber entschied sich
schließlich doch für den Realismus. Im Jahr 1967 ließ er sich als
Kunstmaler in seinem Geburtsdorf in Westeremden nieder.
Er hat sich
bereits während der Jahre vor allem mit dem malen von Stillleben
beschäftigt und (Kirchen) Interieurs in realistischem Stil. Seine
Werke geben Aufschluss über die Stille. Er legt große Aufmerksamkeit
auf den abstrakten Wert von seinen Kompositionen. Sein sehr
realistischer Malstil erntet zum einen viel Bewunderung, aber wird
zum anderen nicht durch jeden gewürdigt. Helmantel ruderte aber
gegen die immerfort wieder wechselnden Kunstströmungen und folgte
seinem eigenen Weg. Ein Weg, der im In- und Ausland auch viel
Anerkennung erntet. Inzwischen sind schon verschiedene Ausstellungen
im In- und Ausland gewesen, wo sein Werk zu sehen war, aber für
Helmantel ist sein eigenes Museum, De Weem, das doch wohl
Allerwichtigste. In einer mittelalterlich atmenden Atmosphäre
präsentiert er dort sein Werk.
Ein ganz
spezieller Auftrag dem er sich selbst stellte, war nämlich die
völlige Rekonstruktion von „De Weem“, eine 1912 abgebrochene
mittelalterliche Pastorei. Hierbei wurde ihm durch Fachkräfte und
Freiwillige geholfen. Der Wiederaufbau fand in Teilstücken statt. In
den Jahren 1974/1975, 1981, 1985 und 2004 kam das Ganze wie es nun
in Westeremden zu sehen ist zustande. In dem Scheunenteil von „De
Weem“ ist ein Ausstellungsraum erschaffen, um die eigene Sammlung
der Bilder zu zeigen.
Ein Teil der
Bilder aus seinem Museum ziehen nach der Saison also zeitweise nach
Veendam und Ter Apel. Während des Ausstellungszeitraumes werden
sowohl im Klooster Ter Apel als auch im Veenkoloniaal Museum in
Veendam Führungen durch die Ausstellung angeboten. Gruppen und
Vereine können sich für Führungen anmelden. Zusätzlich werden wir
während der Dauer der Ausstellung an jedem ersten und zweiten
Sonntag des Monats, außer am 2.Januar, eine Führung um 15.00 Uhr
anbieten, wobei ausführlich auf das Werk von Helmantel eingegangen
wird.
In beiden Museen gibt es eine Kombikarte zu kaufen in Form eines
schönen Lesezeichens gegen eine stark reduzierte Gebühr! Das
Veenkoloniaal Museum gibt während dieser Ausstellung einen
Kunstbriefmarkenbogen heraus. Die Briefmarke kann normal für die
Frankierung von Briefen und Karten verwendet werden. Ein Bogen
besteht aus 10 Briefmarken und kostet € 7,50.
Antwort an Nico Bulder, 26.September bis 31.Oktober
Fast jeder in
den Veenkolonien kennt den in Hoogezand geborenen Künstler Nico
Bulder. Bulder entwickelte sich zu einem bekannten Grafiker, der
verschiedene Bücher illustrierte. Doch ist es mehr oder weniger
Zufall, dass er sich zu einem Künstler entwickeln konnte. Wenn
keine Rezession im Schiffsbau gewesen wäre, hätten wir
wahrscheinlich niemals von Bulder gehört. Bulder begann sein
arbeitsreiches Leben bei der Schiffswerft Gideon in Groningen. Als
die Werft dichtmachte, beschloss er die Maler- und Zeichenausbildung
an der Academie Minerva zu besuchen. Nach dem 2. Weltkrieg dozierte
er selbst in mehreren Fächern: radieren, batiken, Bleiverglasung und
lithografieren. Seine Holzstiche werden in unterschiedlichen Büchern
verwendet. Die Nico Bulder Stiftung setzt sich seit Anfang der
neunziger Jahre ein, um dem Werk von Bulder die Aufmerksamkeit
weiterhin zu geben. Der Besitz selbst, auch eine umfangreiche
Sammlung mit Werken von Bulder, die teilweise in dem Depot vom
Veenkoloniaal Museum untergebracht sind.

Die
Ausstellung „Antwort an Nico Bulder“ ist ein Gemeinschaftsprojekt
zwischen der Nico Bulder Stiftung und dem Dr. Aletta Jacobs
Lehrbetrieb in Hoogezand. Die Schüler des Aletta Jacobs Lehrbetrieb
bekamen den Auftrag das Werk von Nico Bulder gut zu studieren und
sich durch sein Werk von Neuem inspirieren zu lassen. Dies ging
hervor nach einer kleinen Ausstellung die Anfang des Jahres in der
Koepelkerk in Sappemeer zu sehen war. Vom 26.September bis zum
31.Oktober können sie also die durch die Schüler entstandenen Werke
bei uns im Museum sehen. Das Werk von den Schülern wird ergänzt mit
originalen Werken von Bulder.
Janett Brown,
ExTraherimus
28.5. - 10.10.2010
„Die menschliche Hand
bildet ihre Werke aus toter Materie genau nach den
gleichen Formgesetzen, nach denen die Natur die ihrigen formt. Alles
bildende Kunstschaffen des
Menschen ist daher im letzen Grunde nichts anderes als
Wettschaffen mit der Natur.“
Diese Aussage
machte um 1900 der berühmte Kunsthistoriker Alois Riegl, der schon
damals einen beständigen Wettbewerb der Kunst mit der Natur
erkannte, aber nicht auf dem Gebiet der Nachahmung der Formen,
sondern der Nachahmung der schaffenden Natur. Eine solche schaffende
Natur ist auch Janett Brown. Sie erschafft ihre eigenen Naturräume,
Welten und kosmischen Konstellationen. Es sind innere Landschaften,
Welten, die tagesform- und stimmungsabhängig sind - Reflexionen, die
den Ideenkosmos der Künstlerin spiegeln. Brown geht es um die
Vernetzung von Ratio und Emotion, um ein Beobachten und Reflektieren
der Außenwelt und parallel dazu ein Hineinhorchen in sich selbst.
Letztlich geht es um eine „Synthese von äußerem Sehen und innerem
Schauen“ wie es Paul Klee treffend in seinem Aufsatz „Wege des
Naturstudiums“ formulierte.
Bei den meisten Arbeiten der Malerin zeigen sich seit 1995 zwei
Arbeitsprozesse. Der erste ist sehr intuitiv, Farbe und Formen
werden unbewusst gesetzt. Die Künstlerin setzt nicht nur den Pinsel
ein, sondern beginnt mit Schwämmen, Fensterabzieher, Spachtel und
ihren Fingern zu experimentieren. Die abstrakten Farbschöpfungen
erhalten somit starke Strukturen. Im zweiten Schritt nimmt sich die
Künstlerin zurück. Sie schaut welche speziellen Farb- und
Formkonstellationen entstanden sind und baut diese bewusst zu
Figuren und Objekten oder individuellen Bewegungsströmen aus. Sie
extrahiert die Essenz der Farbe und Form aus dem amorphen Farb- und
Formgemisch und nennt dieses Vorgehen seit 2007 EXTRAHERISMUS.
Janett Brown inspirieren neben den manchmal dramatisch inszenierten
Wolkengebilden in ihrem Ammerländer Atelier in Bad Zwischenahn vor
allem Farbkaskaden auf ihrer Leinwand. Sie erklärt: „Dann ziehe ich
das anfangs Verborgene heraus… Ich verewige meinen Augenblick.“ Sie
hält die dahin fließenden Formen auf, greift sich aus dem Meer der
Möglichkeiten einige heraus und inszeniert sie. Dabei agiert sie wie
viele Künstler, die amorphe Strukturen als Ideenkatalysator nehmen
und damit dem jahrhundertealten Ratschlag Leonardo da Vincis folgen,
der da lautet:„Eine neuerfundene Form des Schauens mag wohl klein
und fast lächerlich erscheinen, ist aber doch sehr brauchbar um den
Geist zu verschiedenerlei Erfindungen zu wecken. Sie besteht darin,
dass du auf alte Mauern hinsiehst, die mit allerlei Flecken bedeckt
sind, oder auf Gestein von verschiedenen Lagen. Hast du irgendeinen
Vorgang zu erfinden, so kannst du da Dinge erblicken, die
verschiedenen Landschaften gleich sehen,… ebenso allerlei
Schlachten… und unzählige Dinge, die du in vollkommne und gute Form
bringen magst… Durch verworrene Dinge und unbestimmte Dinge wird
eben der Geist zu neuen Erfindungen geweckt… dasselbe gilt von der
Asche im Feuer, von den Wolken oder vom Schlamm und andern solchen
Stellen.“
Die Ausstellung in der cubus kunsthalle, duisburg gibt einen
Einblick in ihr mehrjähriges Schaffen als Malerin. Thematisch zieht
sich die Erkundung menschlichen Daseins durch das Werk wie ein roter
Faden. Collageartig finden sich Gesichter, neben Tierkörpern, oft
verwoben mit Symbolen und Zeichen. Hier scheinen ganze Geschichten
parallel erzählt zu werden. Die Erzählstränge laufen auf
unterschiedlichen Ebenen ab, scheinen sich zu verknüpfen, fließen
aber wieder auseinander. Der Betrachter ist eingeladen zu entdecken:
Gesichter, Menschen, Schicksale. Assoziationen werden geknüpft und
die Bilder erhalten für jeden Betrachter eine andere Bedeutung.
Die Arbeiten
der Künstlerin geben Denkanstöße, lassen vieles in der Schwebe und
geben dem Betrachter den Freiraum sich in sie einzufühlen.
Janett Brown Werk besticht durch eine große Ausdruckskraft und ist
zugleich ein stetes Ringen um Farbe und Form - Mal ein farbiges
Feuerwerk und Mal eine kühne Reduktion auf das Wesentliche. Die
Künstlerin zeigt in ihren Arbeiten das ständige Bedürfnis des
Menschen, den Sinn in einer scheinbar chaotischen Welt zu finden und
den eigenen Platz darin zu definieren – ein schier endloser Prozess
wie die Bilder dokumentieren.
Textauszug:
Dr. Christiane Braun, Kunsthistorikerin
Vita
Janett Brown,
1963 in Iserlohn geboren, entstammt einer deutschkanadischen
Künstlerfamilie, 1983 erlangte sie die Fachhochschulreife für
Gestaltung, dann folgte die erfolgreich bestandene Aufnahmeprüfung
an der Fachhochschule für Kunst und Design in Bielefeld. Bis 1995
war sie Mitglied der Künstlergruppe "Gildehauser Werkstatt" in
Nordhorn und bis 2001 war sie Dozentin an der Freien Kunstschule
Leer. Janett Brown ist freischaffende Künstlerin mit Atelier in Bad
Zwischenahn im niedersächsischen Ammerland.
Ausstellungen
und Projekte
1995
Gemeinschaftsausstellung "Gildehauser Werkstatt"
1997 Kunstscheune Galerie Lübbertsfehn
1999 Wandelhalle Bad Zwischenahn
2000 Projekt Jugend
-Theatertage Aurich
2000 Leeraner Kunstmeile
2000 Kunstscheune Lübbertsfehn
2000 Kunstprojekt in der gesamten Weser-Ems Region "Kuh-Kult A31"
2000 Kunst-Projekt "Kuh-Kult
Borkum"
2000 Kunst-Projekt Kinderfest
Aurich
2000 Foyer Rathaus Aurich, Städtisches Museum, Städtische Bücherei
2001 Altes Kurhaus Bad Zwischenahn, Klinik am Meer
2001 Großprojekt "Zwischenahner
Kuhdamm" mit
zahlreichen Events
2001 Gründung des Hinterhof-Ateliers in Bad Zwischenahn
2002 Weiterführung des Projektes "Zwischenahner
Kuhdamm"
2003 Kunst-Projekt European
Conference,
Bad Zwischenahn
2003 Kunst-Projekt "Laatsen
Parade" Izegem,
Belgien
2003 Zusammenarbeit mit Cremona, Italien
2005 Nominiertes Kunstprojekt der Stadt Oldenburg "Oldenburger
Pferde Stärken".
1. Preis der
Ausschreibung"Jahrhundertschritt 05" in technischer Zusammenarbeit
mit dem Architekten Fenno Brockmann
2005 Gestaltung von Kunstbänken beim "Zwischenahner
Bankgeflüster" im Rahmen der
City-Offensive Niedersachsen
2005
"Flügel-Nashörner" Dortmund.
Lebensgroße Kunst-Nashörner (Produktion
der Rohlinge)
2005 Projekt "Illustre
Badegesellschaft", Fontana Golden
Tulip, Nieuweschans/ Niederlande
2006 Zusammenarbeit mit Art Department Studio Babelsberg, Potsdam
2006
"Queen and King, Princess and Prince of Welsum",
Bad Zwischenahn
Sinnvolles
lernen für Jeden, 225 Jahre Gesellschaft zum Nutzen der
Allgemeinheit,
29. März bis zum 29. August 2010
Das
Veenkoloniaal Museum übernimmt vom Nationaal Onderwijsmuseum in
Rotterdam die Wanderausstellung „Sinnvolles lernen für Jeden“. Diese
Ausstellung wurde am 4.April 2009 durch H.K.H. Prinzessin Laurentin
in Rotterdam eröffnet und war dort bis zum 29.August zu sehen. Am
29. März kommt die in Groningen geborene Staatssekretärin vom
Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Sharon Dijksma,
nach Veendam um die „Nut“
(= Nutzen) Ausstellung zu eröffnen. Der
„Nut“ hat sich in den vergangenen zwei Jahrhunderten unter anderem
eingesetzt für das Unter-richten in Volksbildung, das Ausbilden von
Lehrern und Lehrerinnen, das Gründen von Volksbibliotheken und das
Gründen von Sparkassen. Dank der Initiativen von „Nut“ wird
Grundschulunterricht zugänglich für jeden. Lesen lernen, Schreiben
und Rechnen und ein recht schaffendes und spar-sames Leben führen,
mussten für das einfache Volk möglich werden. Ein Zusammenleben mit
„Nut“-bringenden Bürgern war immer das Ziel der „Gesellschaft zum
Nutzen der Allgemeinheit“. Auch in unserer Region waren und sind
verschiedene „Nut“ Vereinigungen aktiv.
Die
„Nut“-Vereinigung in Wildervank gehört zu einer der größeren im
Land. Ost-Groningen ist mit Departementen in Bellingwolde, Blijham,
Gie-ten etc., Hoogezand-Sappemeer, Meeden, Nieuwe Pekela,
Noordbroek, Oude Pekela, Vlagtewedde, Wildervank und Winschoten
landesweit ge-sehen reich gesät mit Nut- Departementen. Der Ursprung
von „Nut“ liegt in Noord-Holland. In der Zeit (Ende 18.Jahrhundert)
brachten soziale An-teilnahme einen Pfarrer und einige einfache
kleine Städter dazu, eine Ge-sellschaft zu gründen, die zur
Förderung des allgemeinen Volksglücks er-richtet wurde und vor allem
durch Initiativen zu nutzen auf dem Gebiet der Volksbildung. Das
Unterrichtssystem war damals in den Niederlanden noch sehr
notdürftig. Ein Taufgesinnter Pfarrer in Monnickendam, Jan
Nieuwenhuijzen (1724 - 1806), schlug einen Plan vor um eine
Gesellschaft für Volksbildung zu gründen. Das Ziel war Menschen, die
dazu selbst nicht die Möglichkeit hatten, zu helfen, Wissen zu
erwerben durch Versorgung mit (Schul-) Büchern, die in einfacher
Sprache geschrieben waren. Diese Initiative wurde konkret
ausgearbeitet durch seinen Sohn Martinus Nieuw-enhuijzen, Arzt in
Edam. Er beantragte eine Gesellschaft zu gründen mit Zielsetzung der
Verbesserung des Schulwesens und die Erziehung der Ju-gend als den
wichtigsten Grundstein zur Bildung, Verbesserung und Ge-sittung der
Bürger. Während der am 16. November 1784 in dem Taufge-sinnten
Pfarrhaus in Edam gehaltenen Gründungssitzung wurde diese
Ziel-setzung angenommen. Beschlossen wurde die Errichtung einer
Gesell-schaft von Künsten und Wissenschaften, unter dem Sinnspruch:
Zum Nutzen der Allgemeinheit. In Anlehnung entstanden später auch
andere Departementen. Zu Beginn vor allem in Noord-Holland,
Friesland und Gro-ningen. Die Schulbildung spielte dort auch eine
wichtige Rolle. Bekannt war zum Beispiel der regionale Kindergarten
für Kleinkinder. Später ver-schob sich die Aufmerksamkeit von „Nut“
und nun organisierte man über-wiegend Vorträge und Konzerte für ihre
Mitglieder. Die Wanderausstellung ist ergänzt mit Beiträgen aus den
Regionen Noord- und Oost-Groningen. So sehen wir als Teil der
Ausstellung neben Originalen aus dem 19. Jahr-hundert „Nut“- Bilder,
auch verschiedene Schultafeln, eine Idee von Be-rend Brugsma (1797 –
1868), der spätere Direktor von der Nutsweek-school (nun
Hanzehogschool) in Groningen. Zu der Ausstellung ist das Buch
„Leerzame Prentjens“ für die Jugend erschienen und im Museums-laden
erhältlich.
Auf die Gabel
genommen, Landwirtschaftsgeräte von damals, vom 14.Februar bis zum
9.Mai 2010

Die
Veenkoloniale Landwirtschaft war von Beginn der Urbarmachung des
Fehngebiets sehr wichtig für die Entwicklung der Region. Als
Erste haben sich in dem urbar gemachten Gebiet Bauernhöfe
entlang der Kanäle in einem Abstand von
150 Meter angesiedelt. Die
Landwirtschaft formte die Grundlage unserer Wirtschaft. Durch die
Landwirtschaft fanden allerlei Zulieferbetriebe wie Schmieden und
Stellmacher Beschäftigung entlang des Kanals. Die Entwicklung
innerhalb der Drentse und Groninger Veen-kolonien verläuft ab dem
19.Jahrhundert dagegen wesentlich anders als im Rest der
Niederlande. Kurz gesagt waren die Entwicklungen ziemlich stürmisch
und der Ackerbau entwickelte sich überwiegend in Bezug auf den Anbau
von Kartoffelstärke explosiv. Trotz der Umwandlung von ge-mischten
Betrieben zu reinen Ackerbaubetrieben, blieb das kleine
Hand-werkszeug wie Hacke, Rübengabel, Pflanzschürze und Pflanzkorb
noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch. Erst Ende der 50er
Jahre, Beginn 60er Jahre fing der Zeitenwechsel an und all das
kleine Zeug verschwand schnell in einer Ecke der Scheune, auf dem
Schrotthaufen oder in einem von den vielen zugeschütteten Vierteln.
Glücklicherweise sind sie neben recht wenigen privaten
Ackerbaugeräten erhalten ge-blieben. Oft waren es alte Landwirte
oder Menschen die eine Verbindung mit dem Ackerbau hatten. Einer von
ihnen war Henk ter Borg in Borger-compagnie, der den monumentalen
Bauernhof mit Sammelstücken be-wohnte. In seiner Scheune war eine
Art Landwirtschaftsmuseum unterge-bracht. Man begegnete vielem, vom
Stiefelknecht zur Maulwurfsfalle, von Pferdepantinen zur Kandare und
vom Kippkarren zum Fuhrwerk. Ein Teil seiner Sammlung zeigen wir,
ergänzt mit Material aus unserer eigenen Sammlung, in der
 Ausstellung
„Auf die Gabel genommen“. Parallel haben wir ausführlich aus unserer
Fotosammlung geschöpft und unser Dokumen-tenarchiv gesichtet. Die
Ausstellung zeigt ein gutes Bild von dem, was ge-sammelt wurde. Die
Sammlung von ter Borg bestand übrigens nicht nur aus
Landwirtschaftsgeräten, sondern enthält auch noch eine angemessene
Sammlung Torfstichgeräte.
Für die
Sammlung ter Borg wird durch die Stiftung „Sammlung ter Borg“ noch
eine ständige Unterbringungsmöglichkeit gesucht. Vielleicht ist
diese Ausstellung der erste Ansatz, um irgendwo eine ständige Bleibe
zu be-kommen.
Cornelis Dopper, Komponist zwischen Mahler und
Mengelberg,
vom 18. September 2009 bis 7. Februar 2010.

Das Veenkolonialmuseum in Veendam
gedenkt im Jahr 2009 aufgrund des 70. Todestages dem
niederländischen Komponisten Cornelis Dopper.
Dopper wurde am 7. Februar 1870
in Stadskanaal geboren und starb am 18. September 1939 in
Amsterdam.
Freitagnachmittag, den 18. September 2009,
Doppers 70. Todestag, wird im
Veenkoloniaal
Museum die Ausstellung Cornelis Dopper, Komponist zwischen
Mahler und Mengelberg eröffnet. Dopper wird auch als
niederländischster der niederländischen Komponisten angesehen.
Sein Werk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Orchestern auf
der ganzen Welt aufgeführt; nach dem Zweiten Weltkrieg geriet
das Werk von Dopper allmählich in Vergessenheit.
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Cornelis Dopper,
Nederlands Muziek Instituut Den Haag. |
Cornelis Dopper war das achte von neun Kindern,
von denen die meisten bereits in jungem Alter gestorben waren.
Cornelis wuchs in Stadskanaal auf.
Mit fünfzehn
Jahren verlor er seinen Vater und zwei Jahre später seine
Mutter. Im selben Jahr als Cornelis’ Vater Lucas starb, heirate
seine ältere Schwester Grietje Johannes Kolkman. Der damals
31-jährige Kolkman wurde als Familienvormund eingesetzt. Das
Verhältnis zwischen Cornelis und Kolkman war nicht gerade gut.
Es waren zwei vollkommen verschiedene Persönlichkeiten, die
nicht zueinander passten und ständig aneinandergerieten. Dennoch
hat derselbe Kolkman den weiteren Werdegang von Cornelis
beeinflusst. Kolkman war Klavierlehrer; der junge Cornelis
Dopper war von seinem Klavierspiel so beeindruckt, dass er
schließlich selbst Klavierunterricht nahm.
Im Oktober 1888 hatte er sich so weit einwickelt,
dass er im Alter von 18 Jahren am Königlichen Konservatorium in
Leipzig zugelassen wurde. Er erhielt Klavier- und
Violinenunterricht und studierte musiktheoretische Fächer sowie
Musikgeschichte. Letzteres Fach wurde von Professor Oskar Paul
gegeben - ein großer Kenner der antiken Kultur. Er fand Dopper
so talentiert, dass er ihm gestattete auch seine Lesungen an der
Universität zu besuchen. Dies erklärt das Interesse Doppers für
die alten Griechen, was in seinen Werken, wie z.B. in der
Sinfonia epica (Doppers Fünfte
Sinfonie)
zurückzufinden ist.
„Von Oskar Paul habe ich am meisten gelernt. Er
hat mir die Augen geöffnet für das, was Musik eigentlich ist“,
würde Dopper später einmal sagen.
Die Periode nach seinem Studium in Leipzig war
eine unglückliche. Er verblieb in Hoogezand, Groningen, Bad Ems
an der Lahn und Balk und lebte relativ isoliert. Private
Probleme und eine unerwiderte Liebe machten ihm zu schaffen.
1897 schienen sich die Aussichten für den
27-jährigen Dopper zu verbessern. Er wurde als zweiter Geiger an
der Niederländischen Oper in Amsterdam angestellt. Der
Operndirektor Cornelis van der Linden hatte Dopper bereits
einige Jahre zuvor bei der Premiere von dessen Oper De Blinde
van Castel Cuillé kennengelernt und war beeindruckt von
seiner einnehmenden Persönlichkeit und seinen musikalischen
Qualitäten. Mit Dopper verfügte er nicht nur über einen guten
Geiger, sondern auch über jemanden, der Klavier spielen konnte
und sich im Laufe der Jahre zu einem ausgezeichneten
Korrepetitor und Chormeister entwickeln würde. Reich wurde er
aber nicht davon. Fast zehn Jahre hatte Dopper in Amsterdam mit
Mühe den Kopf über Wasser halten können; endlich aber zeigte
sich ein Hoffnungsschimmer am Horizont. 1906 bekam er von
verschiedenen Seiten Angebote und wurde schließlich Dirigent
einer reisenden Operngesellschaft in den USA. Sechsunddreißig
Jahre alt, unverheiratet und auf der Suche nach einer besseren
Zukunft wagte er den Sprung.
Am Samstag, den 8. September 1906, ging er an
Bord des Dampfschiffes Statendam. Nach zehn Tagen
erreichte er New York, wo er mit den Probearbeiten begann. Acht
Monate lang wurde jeden Abend vor ausverkauften Sälen Puccinis
Madama Butterfly aufgeführt - von New York bis Vancouver,
von Detroit bis San Francisco, von Kanada bis Mexiko. Wie eine
Art André Rieu reiste er mit seiner Gesellschaft und einem Zug
voll Requisiten durch Nordamerika. Eine spannende Periode, aber
auch eine Periode, die ihm zu schaffen machte. Dopper hatte
Heimweh, er sehnte sich zurück nach Amsterdam.
Im Jahr 1904, noch vor seinen amerikanischen
Tourneen, hatte Dopper Kontakt mit dem damaligen Dirigenten des
Concertgebouworkest Willem Mengelberg aufgenommen, um ihm
seine Dritte
Sinfonie, die so
genannte Rembrandt-Sinfonie
vorzuspielen. Mengelberg war sehr beeindruckt und versprach, die
Sinfonie
aufzuführen. Am 24. Mai 1906, ein Himmelfahrtstag, kurz bevor
Dopper zum ersten Mal nach Amerika reiste, führte Mengelberg mit
großem Erfolg die
Sinfonie auf. Die
Presse reagierte begeistert. Die Komposition der Rembrandt-Sinfonie
bedeutete den Durchbruch für Dopper. Das Jahr 1906 stand nämlich
im Zeichen von Rembrandt. In großem Stil wurde gefeiert, dass
der Maler dreihundert Jahre zuvor geboren worden war. Obwohl
Dopper sie nicht speziell aus diesem Anlass komponiert hatte,
lag es doch nahe, dass Mengelberg die Rembrandt-Sinfonie
in diesem Jahr aufführte. Aufgrund des großen Erfolges wurde die
Sinfonie
ein Jahr später noch einmal aufgeführt, wiederum unter der
Leitung von Willem Mengelberg. Am Sonntagnachmittag, den 17. Mai
1908, durfte Dopper auf Einladung Mengelbergs selbst seine
Rembrandt-Sinfonie
dirigieren. Dieser erste Auftritt mit dem Concertgebouworkest
bestimmte den weiteren Verlauf seines Lebens. Dank dieser
Sinfonie
wurde er zum zweiten Dirigenten des Concertgebouworkest
ernannt.
1908 begann die kreativste Periode in Doppers
Leben. Binnen 12 Jahren komponierte er vier weitere
Sinfonien,
womit es insgesamt sieben wurden. Auf dem Gebiet der Kammermusik
schuf er viele vokale Werke (Lieder und Chormusik), u.a. ein
Strijkkwartet (1914), das er unter dem Decknamen „Pallas
Athene“ bei einem Komponistenwettbewerb einreichte, den er
prompt gewann.
Die
freundschaftliche Beziehung zu Richard Strauss führte dazu, dass
am 8. November 1918 Doppers Sechste Sinfonie, die Amsterdamse,
unter der Leitung von Strauss in Berlin aufgeführt wurde. Das
Konzert fand im Gebäude der Berliner Oper Unter den Linden
statt, wo Strauss Dirigent der Königlichen Kapelle war. Es war
das dritte Sinfoniekonzert der Saison. Der Erlös war für den
Witten- und Waisenfonds bestimmt. Doppers Sinfonie wurde unter
dem Titel Holländische Symphonie einem konservativen
Stammpublikum vorgestellt. In jener Zeit spielten sich in
Deutschland dermaßen dramatische Szenen ab, dass wichtige
Zeitungen wie Berliner Morgenpost, Berliner Abendpost,
Berliner Volks-Zeitung und Neue Preußische Zeitung das
Konzert nicht erwähnten. Nur im Berliner Tageblatt erschien
eine kurze kritische Note von Dr. Leopold Schmidt, der anmerkte,
dass das Werk eher die Merkmale einer Suite als einer Sinfonie
trage.
Es ist Richard
Strauss selbst, der mit einem anerkennenden Brief an Dopper auf
das Konzert zurück kam; verfasst im Berliner Hotel Adlon,
unmittelbar nach der Aufführung, während draußen die
Gewehrkugeln durch die Straßen flogen:
„Ich habe heute
am kritischen Tage Deutschlands Ihre famose Sinfonie gespielt.
Sie wurde vom Orchester vortrefflich gespielt, hatte schönen
Erfolg und hätte wohl noch besser gefallen, wenn das Publikum in
besserer Stimmung gewesen wäre, als man heute verlangen konnte.
Mir hat Ihr Werk sehr gefallen und ich wünsche demselben eine
weitere glückliche Zukunft.“
Aber nicht jeder war so positiv. Einige
Zeitgenossen kritisierten in scharfem Ton sein Werk. Allen voran
Matthijs Vermeulen, der nicht davor zurückschreckte auch
persönlich zu werden. Vermeulens Kritik erreichte im Dezember
1918 einen Höhepunkt, als er nach einer Aufführung von Doppers
Zuiderzee-Sinfonie unter Leitung des Komponisten
lautstarck und für jedermann zu verstehen die Worte „Es lebe
Sousa!“ durch den Saal schrie. Dies war ein Verweis auf den
amerikanischen Marschmusikkomponisten John Philip Sousa, der
weltberühmt geworden war mit Märschen wie Stars and Stripes
und The Washington Post. Diese sind auch heute noch sehr
beliebt, damals aber war diese Anspielung eine Beleidigung für
einen klassischen Komponisten. Ganz anders waren dagegen die
Reaktionen im Ausland.
Der Kommentator der Hamburger Nachrichten
bezeichnete Dopper als den begabtesten und schöpferischsten
niederländischen Tonkünstler seiner Zeit. Trotz aller Kritik
wurde die Zuiderzee-Sinfonie eines von Doppers
meistgespielten Werken, auch außerhalb der Landesgrenzen.
Willem Mengelberg, Karl Muck, Pierre Monteux und
Eduard van Beinum spielten die Sinfonie, Mengelberg stellte das
Werk in den USA vor.
Fünf Jahre
später, am Montagabend, den 12. November 1923, wurde die
Sinfonie in Hamburg von der Hamburger Philharmonie unter der
Leitung von Karl Muck in der beeindruckenden Musikhalle am
heutigen Johannes Brahmsplatz aufgeführt.
Wie sich nun
zeigt war Dopper, nachdem er in Amsterdam eine feste Anstellung
und finanzielle Sicherheit erlangt hatte, nicht untätig
geblieben. Neben Kompositionen für Orchester und vier Opern
schrieb Dopper auch Kammermusik, u.a. ein Streichquartett, eine
Violinensonate sowie ein Sextett für Bläser und Klavier.
Doppers Interesse für die musikalische Entwicklung der Jugend
veranlasste ihn, eine große Anzahl von Kinderchorwerken zu
komponieren wie z.B. De Wilgen (Die Weiden), De zeven
boeven (Die sieben Schurken) und
Tom en Tim
- kleine Kompositionen, die damals sehr beliebt waren.
Dopper führte 1923 mit Erfolg die Jugendkonzerte
ein. Diese Konzerte begannen abends um sieben Uhr und endeten um
halb neun. Jedes Konzert begann er mit einer fesselnden
Einführung in begreiflicher Sprache. Bei der im Juli
organisierten Evaluation konnte die Leitung des Concertgebouw
sehr zufrieden feststellen, dass die Jugendkonzerte ein großer
Erfolg waren. Selbst im Ausland blieb Doppers musikpädagogisches
Werk nicht unbemerkt. Die französische Regierung ernannte ihn am
8. September 1923 zum
Officier de l’Instruction Publique.
Am 17. Dezember
1931, fand Doppers Abschiedskonzert statt - unter der Leitung
von Willem Mengelberg, Eduard van Beinum und Dopper selbst. Auf
dem Programm standen aufeinander folgend die Oud-Nederlandse
danssuite (Altniederländische Tanzsuite), die Rembrandt-Sinfonie,
die Ciaconna gotica und ein neues Werk:
Nocturne voor altviool en orkest mit Frédéric Denayer als
Solist. Eine Bearbeitung dieses Stückes für Altvioline und Orgel
(datiert 12.Oktober 1937), widmete er seiner Schülerin
Freifräulein M. van Riemsdijk. Die Presse qualifizierte Doppers
Nocturne zurecht als „still und rein“, „musikalisch und
tadellos“, „ein brillant geschaffenes Werk“. Das Konzert war
live im Radio zu hören. Sein alter Freund Geert Teis Pzn schrieb
hierüber: „Seine Gesundheit und vor allem seine Sehkraft hatte
sich so schnell verschlechtert, dass es fast unmöglich war mit
dem Orchester zu proben“. 
Mengelberg und dessen Frau Tilly, aber auch
viele andere Kollegen blieben auch weiterhin, trotz seiner
Krankheit, mit ihm in Kontakt.
Im Januar 1939
dirigierte Mengelberg, Doppers Ciaconna in Wien. Per
Telegramm ließ er den ernsthaft kranken Dopper am Erfolg
teilhaben:
„CIACONNA
AUSSERORDENTLICH GROSSER ERFOLG - HERZLICHE GLUECKWUENSCHE -
GRUESSE UND GUTE BESSERUNG.“
Franz Achilles
schrieb aus Anlass dieses Konzerts im Aachener Anzeiger,
dass die Ciaconna von Dopper ein „sehr bedeutsames Werk
ist, das in seinem Aufbau sehr stark an eines jener
ereignisvollen Bilder des Pieter Brueghel erinnert, und das sich
auf Grund dieser unverkennbaren Verwandtschaft mit Recht gotisch
nennen darf.“ Er bezeichnet das Werk als „eine reife,
symphonisch weite Arbeit, von tiefer Nachdenklichkeit getragen,
einer Nachdenklichkeit, die unausweichbar den Zuhörer mit in
ihre Gedankengänge zieht!“
In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 18.
September 1939, um zwanzig Minuten nach zwei, beendete ein
Herzstillstand das bewegte Leben von Cornelis Dopper. Die
niederländische Musikwelt reagierte geschockt, für Dopper kam
der Tod wie eine Erlösung. Er wurde wie ein Held begraben, von
seinem geliebten Concertgebouw aus, dem er so viele Jahre
seines Lebens gewidmet hatte. Hunderte Amsterdamer säumten die
Strecke, um ihrem geliebten Kees Dopper die letzte Ehre zu
erweisen. Trotzdem geriet er danach schnell in Vergessenheit.
Seine Musik wurde kaum noch aufgeführt.
Mit der Ausstellung und dem Musikfestival
hoffen sowohl die Stiftung Cornelis Dopper, unter der
begeisterten Leitung von Joop Stam, als auch das
Veenkoloniaal
Museum das Interesse für Cornelis Dopper wiederzubeleben.
Herman Mees, der
Porträtmaler zurück in Veendam,
7.Juni bis zum 20. September 2009
Der
Rotterdamer Porträtmaler Herman Mees wurde am 19.September 1880 in
Veendam geboren. Sein Vater war Hausarzt in Veendam. In 1897 zog die
Familie Mees um, die am Oosterdiep wohnten in das Gebäude, dass
später das AVEBE- Büro werden sollte und wo nun Compaen
untergebracht ist, nach Rotterdam. Dort legte Herman Mees im Jahr
1899 das Examen für die HBS ab. In 1905 schloss er erfolgreich in
Den Haag sein Diplom als Lehrer für den Sekundärunterricht im
Zeichnen ab. Mees wurde von den theosopischen Gedanken erfasst. Die
theosopische Lehre schrieb ein einfaches Leben vor ohne viele
Bedürfnisse. Nach dem Erlangen des Diploms zog er in die weite Welt
hinein. Nach Wanderungen in London, Paris, München und Dresden lies
er sich doch wieder in London nieder. Die Wahl für diese Stadt war
sehr bewusst. In London war das Hauptquartier von der theosopischen
Bewegung zu finden. Dort traf er Arthur Ayliffe, mit dem er viel
philosophierte. Die Londoner Parkanlagen fand er herrlich und er
machte Hunderte von Bleistiftskizzen und Studien mit dem Pinsel.
1914 zog es Mees nach Spanien, aber musste schon schnell wieder
wegen des Krieges flüchten. Im Jahr 1917 nimmt er eine Stelle als
Lehrer an der Rotterdamer Kunstakademie an. Die Akademie gab ihm in
den ersten Jahren jährlich fünf Monate Studienurlaub. Er hielt sich
dann überwiegend in Italien und Spanien auf. Doch wog nach ihm die
Schönheit von der italienischen Taormina nicht auf gegen die Ekstase
die einen Ausflug durch den Rotterdamer Hafen bietet. Die meiste
Zufriedenheit fand Mees in der Freundschaft mit dem Haagener Maler
Willem van Konijnenburg, der laut Mees neben dem Talent zum Malen
auch viel Weisheit besaß. Konijnenburg war ein guter Lehrmeister. In
1924 wurde Mees Hauptlehrer von der Rotterdamer Akademie. Dort blieb
er bis 1943 im Amt. Mees wusste die Rotterdamer Akademie zu einer
sehr erfolgreichen Schule auszubauen. Nach seinem Weggang veränderte
sich die Ordnung und die Erfolge von den Schülern gingen nach ihm
zurück auf null! 
Meer
konzentrierte sich vollständig auf die Malerei. Bekannt wurde Mees
mit seinen Porträts von Hochschullehrern und Rotterdamer
Geschäftsleuten. Weiterhin malte er ganz viele Kinderporträts. Im
Gegensatz zu seinem Veendamer Kollegen Peizel war Mees absolut nicht
konservativ.
Herman Mees
lebte mit jeder neuen Kunstrichtung und versuchte diese zu begreifen
ohne sie zu kritisieren, was Peinzel regelmäßig tat. Mees besuchte
viele Ausstellungen, um im Bilde zu bleiben über die neuen
Entwicklungen in der Kunst. Sein eigenes Werk wurde übrigens dadurch
nicht beeinflusst. Sesshaft wurde Mees ebenso wenig. In seinem 80.
Lebensjahr reiste er zusammen mit seiner Frau noch nach Marokko um
dort Porträts zu malen.
Schließlich verbrachte er seine letzten
Lebensjahre in Zuidlaren, genoss die Natur und den Lauf der
Jahreszeiten. Am 28. November 1964 kam das Ende eines sehr
arbeitsamen Leben. Werke von Herman Mees sind zu finden in
verschiedenen bekannten niederländischen Museen.
In der Ausstellung zeigen wir das breite
Oeuvre von diesem in Veendam geborenen Künstler. Bei der Ausstellung
erscheint eine von Marten Minkema geschriebene Biografie.
50
Jahre Baptistengemeinde Veendam Wildervank
vom 9.Mai bis zum 23. August 2009
In
1959 wurde die Baptistengemeinde Veendam gegründet. Das will
übrigens nicht besagen, dass die Baptisten hier vor der Zeit nicht
aktiv in der Region gewesen sind, stärker noch, die Mission fing in
den Veenkolonien an.
Die Union der Baptisten Gemeinde in den
Niederlanden ist entstanden im Jahr 1881. Die Grundlage von den
niederländischen Baptisten liegt übrigens in den Veenkolonien.
Sehr wichtig war das
Werk, von dem im Jahr 1805 in Winsum geborenen Johannes Elias
Feisser. Er promovierte 1828 in Groningen in Theologie und wurde
Prediger in Lekkum, Winschoten und Franeker. Ein einschneidendes
Erlebnis veränderte sein Leben. In Franeker starben seine Frau und
zwei Kinder. Feisser konnte den Mut nicht mehr aufbringen um zu
predigen und suchte Wärme und Unterstützung im elterlichen Haus in
Veendam. Sein Vater war Einnehmer von Staatssteuern beziehungsweise
Steuerbeamter, in Veendam.

Im Jahr 1839 wurde Feisser schließlich
wieder Prediger und nun in Gasselternijveen. Dort löste er sich von
der Mensch zentrierten Theologie durch das lesen von Briefen von dem
Prediger Newton. Der persönliche Glaube beginnt für ihn immer
stärker zu werden und viele kommen nach Gasselternijveen um seine
Predigten zu hören. Nicht jedem passt diese Wende im Denken und im
Jahr 1843 wird er aus seinem Amt gesetzt, weil er sich weigerte, die
Kindtaufe zu bedienen. Danach kommt Feisser in Kontakt mit Baptisten
aus Hamburg.
Im Jahr 1845 lässt
er sich zusammen mit sechs anderen zum Baptisten taufen, in d as
Fehnkanal beim Bauernhof von Roelof Reiling in Nijveensche Mond.
Feisser bildet zusammen mit Arend Speelman, Roelof Reiling, seiner
Frau Geertuida Reiling-Teissens und den Brüdern Willem, Jannes und
Hendrik Kruit die Quelle von der Baptistengemeinschaft in den
Veenkolonien. Die Taufe wurde vollbracht durch Bruder J. Köbner,
Mitglied von der Baptistengemeinde Hamburg. Feisser predigte später
u.a. in Amsterdam und Nieuwe Pekela. Dort starb er 1865.
Momentan
zählt die Union der Baptisten rund 12.000 Mitglieder, die
angeschlossen sind bei einer der 83 örtlichen Gemeinden. Die Union
hat eine eigene theologische Ausbildung, das Baptisten
Priesterseminar.
Durch eine
neue Organisationsstruktur ist im Jahr 2002 das Gottesdienst Zentrum
von der Union der Baptistengemeinde in den Niederlanden entstanden,
ein Ausbildungsinstitut an das sich Gemeinden und Individuen wenden
können, um für Wissen, Beratung, Medium, Lehrgänge, Ausbildung und
Vorbereitung inhaltliche und sachliche Unterstützung zu erhalten.
Sowohl das Priesterseminar als auch das Gotteshaus sind seit Juli
2008 in Barneveld ansässig.
„Eigener Weg“ - Übersichtsausstellung Lammert Boerma
17. Februar
bis 25. Mai 2008
Lammert
Boerma (1948) wurde in Borgercompagnie geboren und wuchs
auch dort auf. Der Bauernhof, auf dem er zur Welt kam, stand
300 Meter von seinem Wohnhaus entfernt und ist leider
abgebrannt. Sein Vater war Bauer, Lammert aber bastelte
lieber an Mopeds herum, anstatt sich für die Landwirtschaft
zu interessieren. Aufgrund seiner Vorliebe für Technik
entschloss er sich nach der Hauptschule die technische
Fachoberschule zu besuchen, um einen Beruf in dieser
Richtung zu erlernen. Während seines Militärdienstes
arbeitete er für ein halbes Jahr als Panzermechaniker.
Anschließend bekam er eine Stelle als Zeichner/Konstrukteur
in einer Maschinenfabrik in Oude Pekela. Inzwischen war aber
auch sein Interesse für Kunst gewachsen. Nach vier Jahren
Arbeit in der Fabrik versuchte er das Malen mit seiner
regulären Arbeit zu verbinden. Bis tief in die Nacht hinein
malte er Bilder um sich danach am frühen Morgen wieder in
die Fabrik zu begeben - es war eine unmögliche Kombination.
Deshalb entschloss sich Lammert schließlich nach sieben
Jahren zu kündigen und sich ganz der Kunst zu widmen. Boerma
lies sich vor allem vom Werk von Salvador Dali inspirieren,
der spanische Fantasierealist, der eine Welt mit
spielerischen Formen und zuweilen beängstigenden Traumszenen
erweckt. Das Werk von Lammert Boerma ist gewiss umstritten.
Entweder es gefällt einem oder eben nicht. Ein Mittelweg ist
beinahe unmöglich.
Die
Malerei erlernte Lammert Boerma aus Büchern. Er verwendet
eine Maltechnik aus dem 17. Jahrhundert: Eine Untermalung
aus Ei- oder Kaseintempera wird mit einer teilweise
transparent oder deckend aufgetragenen Ölfarbe vollendet.
Die Schichtung der Farbe ist auch Teil der Darstellungen, in
denen sich oft mehrere Geschichten abspielen. Die Szenen
sind allerdings sehr modern und formen, auf großen
Leinwänden, eine Mischung aus realistisch-surrealistischen
und symbolischen Tendenzen. Der Mensch wird häufig nackt,
verletzlich, dem eigenen Schicksal überlassen dargestellt.
Themen sind u.a. Vergänglichkeit, Machtstrukturen,
Konfrontation und Abhängigkeit zwischen Mensch, Technik,
Religion und Erotik. Nach mehreren Ausstellungen im In- und
Ausland entschloss sich Boerma im Jahr 1993 ein eigenes
Museum einzurichten.
Lammert Boerma hat bereits früher
einige seiner Werke im Veenkoloniaal Museum ausgestellt,
dies ist jedoch seine erste große Werkschau in Veendam.
Weiter Informationen erhalten Sie auf der Website
www.museum-boerma.com .
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Austellung
Grüße
aus Riga 2007
Neue Veröffentlichung auf Deutsch
H.A. Hachmer, Grüße aus Riga, ISBN
9789077548 , Preis € 19,50
In
dieser Publikation blickt der Konservator Hendrik Hachmer
auf die einzigartige Vergangenheit der Groninger
Moorkolonien zurück.
Mitte des 19.
Jahrhunderts fuhren Hunderte von Schiffen Richtung Ostsee.
Riga
war ein beliebter Zielhafen für Holz, Getreide, Backsteine,
Leinöl etc., dorthin wurden die unterschiedlichsten Waren
transportiert.
Die Fahrt durch den Kattegat oder auf
dem Rendsburgkanal war beileibe nicht ungefährlich, aber die
Hafenstädte der Ostsee hatten reichlich Fracht anzubieten,
so dass man immer wieder dorthin zurückkehrte. Natürlich
machten die Leute aus dem Groninger Land ausgiebig davon
Gebrauch, als Passagier mitzureisen, und so konnte man an
Bord der heimkehrenden Schiffe immer auch auf besondere
Souvenirs stoßen.
Aus dieser Blütezeit der Seefahrt auf
der Ostsee sind noch heute russische Glocken, Schalen aus
Riga, Ostseelöffel, russisches Porzellan und Tujassen in den
Moorkolonien anzutreffen.
Das
reich illustrierte Buch „Grüße aus Riga“ beschreibt die
besondere Geschichte, die sich hinter der moorkolonialen
Vergangenheit der Schifffahrt auf der Ostsee und den vielen
interessanten Souvenirs verbirgt. Die Publikation enthält
auch eine Übersicht über Gravuren
der Ostseelöffel und eine Liste der Auftragsgeber für die
Schiffsfrachten im damaligen Ostseeraum. Das Buch ist reich
und farbig illustriert. Die Ausgabe wurde sowohl ins
Deutsche wie auch ins Lettische übersetzt und stellt von
daher ein schönes Gastgeschenk für Firmen dar, die ihren
Kunden einen besonderen Aspekt der fehnkolonialen
Vergangenheit zeigen wollen. Das Buch ist auch über Internet
zu bestellen:
info@inboekvorm.nl

Nach einigen Verschiebungen ist es endlich soweit. Vom vom
25. März bis 16. September 2007 ist im Veenkoloniaal Museum
die Ausstellung “Grüße aus Riga” zu sehen.

Conservator Hendrik Hachmer besuchte am. 5. April
das Mencendorff Haus wo in 2008 die Ausstellung zu
sehen ist. Beim Ankunft wurde er gebten ein Feuer zu
entzünden.Foto N. Kuhn
http://www.mencendorfanams.com/index-en.php
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Damals waren 60% der seetüchtigen Flotte der
Niederlande in den Groninger Moorkolonien zu
finden. Riga war ein beliebtes Ziel. Hin- und
herbefördert wurden u.a. Holz, Getreide,
Ziegelsteine und Leinsamenöl. Oft waren die
Moorkolonien aber nicht das Endziel. Die
Handelsschifffahrt nach England und Frankreich
spielte eine vergleichbar große Rolle. Die
Kapitäne der Moorkolonien waren die Trucker des
19. Jahrhunderts. Man fuhr über das Kattegat
oder den Rendsburgkanal (Nord-Ostsee-Kanal) zum
Zielhafen. Ganz ungefährlich war die Fahrt nicht,
die Hafenstädte der Ostsee boten aber
ausreichend Ladung an, um immer wieder
zurückzukehren. Natürlich gab es in den
Hafenstädten auch Zeit für Landgänge und man war
immer froh, wenn man an Bornholm vorbei war. |
Die Seeleute brachten aus dem Ostseeraum
verschiedene Souvenirs mit nach Hause. Vieles
ist im Laufe der Jahre verloren gegangen aber
überraschend vieles auch erhalten geblieben. So
besitzt das Veenkoloniaal Museum über 40
silberne Osteelöffel, dutzende Rigaschälchen und
Tabaktöpfchen und das Kapiteinshuis in Nieuwe
Pekela noch einige komplette russische
Teeservice. Auch befinden sich noch staunenswert
viele Gegenstände in Privatbesitz.
Mit der Ausstellung “Grüße aus Riga” will das
Veenkoloniaal Museum in Veendam in
Zusammenarbeit mit dem Sielhafenmuseum in
Carolinensiel zeigen, dass in Groningen und im
benachbarten Ostfriesland noch viel historisches
Material, das an die damalige Ostseeschifffahrt
erinnert, erhalten geblieben ist.
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Der die Ausstellung begleitende, reich
illustrierte Katalog beschreibt die
verschiedenen Mitbringsel auch in deutscher
Sprache. Lange sah es so aus, als könne kein
Katalog zur Ausstellung herausgebracht werden;
der in Assen ansässige Inboek Verlag erklärte
sich aber zur Mitarbeit an diesem besonderen
Projekt bereit. Erstmalig in den Niederlanden
wird somit auch eine Liste mit Silber-Feingehaltsstempeln
von bekannten Ostseelöffeln und eine Liste mit
Schiffsbefrachtern im Ostseeraum publiziert.
Auch den in der Region vorkommenden russischen
Läutglöckchen, den vielen Tabaktöpfchen,
Rigaschälchen sowie dem mitgebrachten russischen
Porzellan wird große Beachtung geschenkt. Der
Autor lässt natürlich auch nicht die Rolle der
von den Moorkolonien aus betriebenen
Ostseeschifffahrt außer Betracht.
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Einleitung, Kreis der Geschichte
Riga, Ostsee, Ostfriesland und die
Veenkolonien – dies klingt zunächst einmal nach einer
seltsamen Kombination. Wer aber im Jahr 2007 ein Jahrhundert
zurück gehen, und mit alten Menschen dieser Regionen
sprechen könnte, der würde erkennen, dass die Ostseefahrten
Mitte des 19. Jahrhunderts eine nicht wegzudenkende
wirtschaftliche Rolle spielten und dass der Hafen von Riga
oft angelaufen wurde.
Die ältere Generation
in Orten wie Veendam und Carolinensiel könnte sich gewiss
mühelos Erinnerungen und Anekdoten über die Häfen an der
Ostsee ins Gedächtnis rufen. Die Leute würden die so
genannten Riganappen ( Holzschüsseln),
und die Kapitänslöffel
hervorholen, die sie als Souvenirs aus Riga mitgebracht
haben, und würden von den Schiffsmaklern erzählen, die einen
mit Schnaps begrüßten.
Natürlich gab es
nicht immer nur Freude, sondern auch viel Leid. Es wurde
jedoch sehr schnell von dem einen zu dem anderen
umgeschaltet, man lachte wieder und erzählte von protzenden
Kapitänen, die immer alles besser wussten, und von
Küchenjungen, die das einseitige und vor allem salzige Essen
an Bord zubereiten mussten.
Leider können wir aber in der
Zeit nicht zurück und sind von Informationsquellen wie
Logbüchern, Korrespondenz und Schiffsbuchführung abhängig.
Dazu kommen stille Zeugen wie Schiffsportraits, Riganappen,
Kapitänslöffel und Tujasen, die in Museen und privaten
Häusern zu finden sind.
Es ist übrigens auffällig, dass
die großen Schifffahrtsmuseen in den Niederlanden erst in
den letzten Jahren Interesse für die Ostseefahrt zeigen,
während die Schifffahrtsmuseen im Norden der Niederlande
schon früher den Wert von Dokumenten und Gegenständen, die
mit der Fahrt verbunden waren, erkannt hatten.
Auch das Veenkoloniaal
Museum in Veendam besitzt diverse Objekte und Dokumente,
die an die Fahrt auf der Ostsee erinnern.
Das Museum ist 1939 aus dem „Verein
für Veenkoloniale Geschichte“ entstanden. Dieser, Anfang
1939 unter der Leitung des Veendamer Bürgermeisters De Zee
gegründete Verein, hatte in der lokalen Zeitung aufgerufen,
Gegenstände, die an die veenkoloniale Vergangenheit erinnern,
bei dem Gemeindehaus in Veendam abzugeben. Der Appell hat
gewirkt. Dutzende von Menschen stöberten auf ihren Dachböden
und brachten unzählige Gegenstände zum Gemeindehaus. Am 15.
Dezember 1939 wurde deswegen beschlossen, den Verein in eine
Stiftung umzuwandeln. Das
Veenkoloniaal Museum
in Veendam war geboren.
Die Basis der Kollektion bestand aus
Gegenständen, die dank des Zeitungsappells eingegangen
waren.
Darunter fanden sich oft
Gegenstände, die mit der Maritimgeschichte zu tun hatten.
Nicht nur Schiffsmodelle, Schiffsportraits, Behälter für
Schiffsdokumente, sondern in erster Linie die bereits vorher
erwähnten Riganappen, Kapitänslöffel und Tujasen waren
vorhanden.
Im Jahr 2004 beschloss das
Museum die Einrichtung eines Rigasaals, in dem die
Ostseefahrt im Mittelpunkt steht und viele Objekte aus dem
Depot einen festen Platz bekommen. Die Front von einem
nachgebauten Seemannskneipe und ein großes Foto des
Rigahafens prägen wesentlich
die Atmosphäre des Saals.
Wie ein Geschenk des
Himmels fand 2005 das umfangreiche Archiv der Holzsägerei
Koerts aus Oude Pekela seinen Weg ins
Veenkoloniaal Museum.
In diesem Archiv tauchten unter anderem diverse
handgeschriebene Unterlagen von den Schiffsmaklern Kleinberg
und G. W. Schröder aus Riga auf. Zum ersten Mal konnte der
Zusammenhang zwischen den handgeschriebenen Unterlagen und
den Kapitänslöffeln mit dem Namen G. W. Schröder aus Riga
darauf erstellt werden. Diese und Dutzende anderer Dokumente
und Gegenstände bilden die Basis des Katalogs und der
Wechselausstellung
„Grüße aus Riga“, die von dem wissenschaftlichen Mitarbeiter
Hendrik Hachmer zusammengestellt wurde. Die Ausstellung und
der Katalog „Grüße aus Riga“ kamen in der Zusammenarbeit mit
dem Sielhafenmuseum in Carolinensiel zustande.
Der dazugehörige
Katalog vermittelt dank dem vielfältigen Angebot von
Informationsmaterial und Gegenständen ein Bild von der Fahrt
auf der Ostsee und speziell von Riga, ohne dabei den
Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Die historische und
wirtschaftliche Bedeutung der Ostseefahrt an sich ist
bereits eine wissenschaftliche Studie wert und wurde
landesweit gesehen bislang unterbewertet.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts könnte,
angesichts der Entwicklungen in den Ländern der früheren
Sowjetunion, die Fahrt auf der Ostsee wieder an Wichtigkeit
gewinnen. Immer öfter setzen Seeleute auf modernen
Frachtschiffen den Kurs in Richtung Riga und schicken von
dort aus einen Gruß in die Heimat. Die Torffahrt von Riga
nach Delfzijl im 21. Jahrhundert schließt den Kreis der
Geschichte der Ostseefahrt.
 |
Bart Peizel
Vom 17. Juni bis 16. September 2007 wurde im
Veenkoloniaal Museum in Veendam die Ausstellung
über den Kunstmaler Bart Peizel (1887-1974)
unter dem Titel "Bart Peizel, een heer tussen de
joffers" ("Bart Peizel, "ein Herr zwischen den
Jungfern") veranstaltet. Nie zuvor wurde dem
Œuvre dieses Malers mit einer Ausstellung
Beachtung geschenkt. Zum ersten Mal wurden seine
Werke im ganzen Land und sogar in Norwegen
aufgespürt, die nun gemeinsam einem Publikum
präsentiert werden. Die Gemälde, Zeichnungen und
Aquarelle stammen sowohl aus der museumseigenen
Sammlung, als auch aus befreundeten
Einrichtungen, vor allem aber aus Privatbesitz.
Sein Hauptwerk bilden die Porträts, in denen
eine treffende Charakterdarstellung gelingt.
Auch begegnen wir in traditionellem Stil
gemalten oder gezeichneten Stadtansichten,
Landschaften und Stillleben. |
Peizel kam als Sohn des Grundschuldirektors und Journalisten
Cornelis Peijsel in Veendam zur Welt und wuchs dort auch
auf. Nach der fünfjährigen HBS (Höhere Bürgerschule) geht er
zur Twentsche Bank in Almelo; sein Herz schlägt
jedoch für die Malerei. Bereits nach kurzer Zeit verlässt er
Almelo und nimmt Unterricht an der Kunsthochschule
Academie Minerva in Groningen. 1910 zieht es ihn nach
Amsterdam, um an der Rijksnormaalschool voor
Kunstnijverheid (Kunsthandwerksschule)
weiterunterrichtet zu werden. 1931 erzielt er die
Lehrbefähigung für das Fach Zeichnen, das er von da an an
höheren weiterführenden Schulen unterrichten kann.
Durch seine Eheschließung mit Thérèse Ansingh im Jahre 1917
kommt er in Kontakt mit dem Kreis um die Amsterdamse
Joffers. Bereits schnell wird er in die Amsterdamer
Kunstszene und den Kreis von wichtigen Geschäftsleuten
eingeführt, die sich auch von ihm porträtieren lassen. Er
schließt sich verschiedenen Künstlergruppen in Amsterdam und
Den Haag an. Im Laufe der Zeit hat er unterschiedliche
Verwaltungsfunktionen inne; u.a. den Vorsitz von St. Lucas
über einen Zeitraum von 27 Jahren. Er entwickelt sich zu
einem bekannten Porträtmaler und verewigt viele Professoren,
Großindustrielle, Regenten und Regentinnen auf der Leinwand.

Peizel
segelte gern und oft, was ihn viel herumbrachte. Er
unternahm diverse Studienreisen nach u.a. Frankreich,
Spanien, Italien und Algerien.
Bart Peizel war ein produktiver Maler, der vor allem viele
Porträts schuf. Diese kennzeichnen sich u.a. durch einen
genauen Blick fürs Detail, wobei vor allem die Hände
berücksichtigt werden, weil “eine Hand oftmals noch stärker
als das Gesicht das Wesen der abgebildeten Person zum
Ausdruck bringt!”
Obwohl er von 1917 an nicht
mehr umgezogen war, hielt er den Kontakt mit seinem
Geburtsort aufrecht; im Laufe der Jahre malte er noch
verschiedene Veendamer.
Für die Ausstellung wurde eine
Auswahl aus seinen Werken getroffen. Der bei Uitgeverij
Noordbroek erscheinende Begleitkatalog von Drs. Petra Maters
wird möglichst viele aufgespürte Werke von Bart Peizel
enthalten. |
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