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Ausstellungen

Veenkoloniaal Museum

 
 

 


 

 

Ausstellungsarchiv
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das Expo Archiv.

 

 

Fotoausstellung
„Riga während der Zwischenkriegszeit“
in Veendam

Bis zum 4.März 2012
 


Im Veenkoloniaal Museum in Veendam ist noch bis zum 4.März 2012 eine sehr besondere Ausstellung unter dem Titel „Riga während der Zwischenkriegszeit“ zu sehen. Riga, eine Stadt voller Geschichte, aber auch eine Stadt, die wie keine andere unter dem politischen Spiel der Weltgeschichte gelitten hat. Eine Stadt, die sich kurze Zeit als Hauptstadt eines unabhängigen Lettlands nennen konnte. Diese Stadt wurde 1917 ein Zufluchtsort für die weißrussischen Eltern von Tatiana Kotschergina, die vor der Revolution geflüchtet waren.

Tatiana fing in den 20er Jahren an in Arnheim zu studieren. Dort traf sie den niederländischen Künstler Hendrik Valk und sie heirateten. Im Veenkoloniaal Museum in Veendam ist parallel zu dieser Ausstellung eine sehr umfangreiche Übersichtsausstellung mit Werken des Arnheimer Künstler Hendrik Valk und seinem Bruder, Willem Valk, dem Stadtbildhauer von Groningen, zu sehen.

Während des Interbellum (der Periode zwischen den Kriegen) waren Hendrik und Tatiana jeden Sommer bei den (Schwieger)-eltern Kotscherin – Von Kleist im lettischen Riga und dem nahegelegenen Badeplatz Jurmala zu finden.

Anhand von Fotos und Dokumenten und Ansichtskarten, die sie von Lettland verschickten, lernen wir die lettische Hauptstadt sowie die beiden kennen. Die Ausstellung besteht jedoch zum Großteil aus Fotos, hergestellt durch den berühmten lettischen Fotografen Peteris Smits (1882-1973). Während des 2.Weltkriegs wusste Smits ebenso wie die Familie Kotschergin aus Lettland zu flüchten. Smits emigrierte nach Amerika. Die Familie Kotschergin nach Arnheim. Smits hinterließ tausende Fotos und Stereofotografien ebenso wie sein Kollege Roberts Johansons (1877-1957). Johansons ist in Aizkraikle geboren. Um 1908 begann er in Riga mit einem Fotostudio an der Alexanderstraße 104, nun Brivibas iela 118. Ein Großteil der originalen Glasplatten, von beiden Fotografen, hat auf wunderbare Weise den 2.Weltkrieg überlebt und sind nun im lettischen Fotomuseum in Riga untergebracht. In Zusammenarbeit mit dem lettischen Fotomuseum hat das Veenkoloniaalmuseum in Veendam eine monumentale Auswahl aus der Fotosammlung von beiden Fotografen getroffen. Die Fotos, meistens direkt von der Glasplatte abgezogen, zeigen ein gutes Bild von der Stadt Riga und dem Badeplatz Jurmala (Riga Bad) zwischen beiden Weltkriegen.

Im infolge der Auswirkungen des Molotow-Ribbentrop Paktes verlor Lettland Juni 1940 seine Selbstständigkeit und ein abruptes Ende der lettischen Freiheit. Dies wurde  im Jahr 1991, wiedergewonnen.

Die Ausstellung wird darum symbolisch mit einem Foto von der brennenden Sint Petri Kirche in Riga abgeschlossen und drei durch Hendrik Valk hergestellte Bilder von trauernden Frauen und Flüchtlingen. Sowohl die Exposition Hendrik und Willem Valk, ein Arnheimer Künstler und ein Groninger Bildhauer, wie die Fotoexposition Riga während der Zwischenkriegszeit sind noch bis zum 4.März im Veenkoloniaal Museum in Veendam zu sehen und gehen danach von 4.  April bis 3. Juni zum Schwarzhaupter Haus und dem neuen Riga Börsenmuseum, das als Kunstmuseum eingerichtet ist. Die Foto Ausstellung Riga Riga während der Zwischenkriegszeit kommt im Haus Menzendorff.


 



 



 

HENDRIK & WILLEM VALK

Bis zum 4. März 2012
 



Portret van een vrouw, 1918 (Hendrik Valk)
 


De Socialist van het eerste uur, 1919 (Hendrik Valk)
 

Tulpen, 1961
Tulpen,1961 (Hendrik Valk)

Das Veenkoloniaal Museum in Veendam und die Hendrik Valk Stiftung in Arnhem  arbeiten zusammen um in Veendam und Riga eine Übersichtsausstellung über den niederländischen Künstler Hendrik Valk (1897 – 1986) und seinem Bruder Willem Valk (1898-1977) zu organisieren. Hendrik Valk heiratete 1928 die Lettin Tatjana Kotschergina und malte auch lettische Schilderungen, sowie den Markt in Riga. Hendrik und Tatjana Valk haben einen besonderen Platz eingenommen, in den lettisch- niederländischen kulturellen Kontakten in der Interbellumperiode (1917 – 1939).

Hendrik Valk (1897 - 1986)

Hendrik Valk studierte an der Den Haager Akademie und entwickelte einen eigenen persönlichen Stil, der verwandt ist mit dem von Bart van der Leek und Theo van Doesburg. Hendrik Valk beschäftigte sich intensiv mit religiös-philosophischen Lebensfragen und vertiefte sich darin, was über moderne Kunst in seiner Zeit geschrieben wurde. Nach einigen Irrfahrten wurde er Lehrer an der Kunstakademie in Arnhem (nun die Akademie ARTEZ). Sein Werk zeigte während einiger Zeit magisch-realistische Züge, aber diese Periode dauerte nicht lange: um 1900 malte er wieder in seinem eigenen Stil. 1928 heiratete er Tatjana Kotschergina, die in Riga geborene Tochter einer baltisch-deutschen Baronin und einem russischen General, die mit ihrer Familie nach der Oktoberrevolution in Russland geflüchtet war und ein sicheres Entkommen fanden, im unabhängigen Lettland. In den 20er Jahren reiste sie weiter in die Niederlande, wo sie auf Hendrik Valk traf. In den 30er Jahren verbrachte die Familie Valk jährlich ihren Sommerurlaub bei der Familie in Riga bis zum  Ende des 2.Weltkrieg. Trotzdem sein Haus und Atelier in Arnhem völlig zerstört wurde, sind noch Werke erhalten geblieben, die er in Lettland malte. Nach dem Krieg hat sich Frau Valk in Arnehm mit Herz und Seele für die Flüchtlinge aus der Sowjetunion eingesetzt. 

Willem Johannes Valk (1898 - 1977) 

Willem Valk absolvierte an der Haagser Akademie für Bildende Künste die Ausbildung eines Silberschmieds und erwarb 1918 das Diplom. Inzwischen bildet er sich im Modellieren weiter und erwarb dafür 1919 das Lehrer-Zertifikat. Er wurde 1921 Lehrer für das Modellieren, Holzschnitt, Zeichenkunst und Ornamentik an der Akademie Minerva. Ab Mitte der 20er Jahre arbeitete Willem Valk an verschiedenen Neubauprojekten in Groningen mit. Seine Arbeit ziert unter anderem das Gebäude vom Stadtbauamt am Gedempte Zuiderdiep und dem ehemaligen Restaurant der Faun in der Herestraat. Skulpturen von Willem Valk sind in der Stadt Groningen unter anderem in der Kijk in t`Jatbrug und bei den Martinitoren zu sehen. Die  Ausstellung in Veendam zeigt von ihm einzelne Bronze- und Steinskulpturen, vorwiegend weibliche Akte. Es machen auch noch nicht gezeigte Entwürfe von weiblichen Akten einen Teil der Ausstellung aus.


Willem Valk, links: Naaktstudie rood krijt, 1960, rechts: Staande vrouwenfiguur (ontwerp oorlogsmonument Kantens, rood krijt, 1945

 l) Kor Kuiler, gips, 1931 (Willem Valk)
r) Naaktstudie, 1960 (Willem Valk)